Erleichtert …

… bin ich gerade. Nachdem ich mich wochenlang mit dem neuen Adventskalenderschal gequält habe und es mehr zurück als voran ging, ist nun offensichtlich der Knoten geplatzt. Plötzlich läuft es, die Muster passen und die Freude am Stricken ist zurück. Ich freu mich darüber.

Es läuft gerade auch in anderen Bereichen. Natürlich nur den kreativen, man darf ja auch nicht zuviel erwarten. Ich habe viele Ideen, mache Notizen und Pläne, zeichne sogar mal Entwürfe (das ist ein Novum, bislang habe ich das noch nie gemacht) und bin frohen Mutes, dass ich in diesem Jahr noch ganz viel geregelt kriege. Vielleicht ist das der Ausgleich für den Körper, der in diesem Jahr so überhaupt nicht zur Ruhe kommt und der für mein Gefühl viel zu oft heftige Schmerzen macht. Ihr wisst ja, irgendwas ist immer.

Sollte ich mich die Tage mal aufraffen können und endlich mal die Knipskiste anwerfen, dann dürft Ihr Euch auch auf gleich drei(!) neue Entwürfe freuen, die nämlich schon fertig sind. Die erscheinen wieder erst hier auf dem Blog, und landen dann bei Ravelry, wenn die englische Übersetzung geschrieben ist. Zwei oder drei weitere Entwürfe sind schon fertig, müssen aber noch mal gestrickt werden. Ein paar zusätzliche Arme wären schon toll. Wobei mir gerade einfällt …. es gab da doch mal … ich geh mal nach der Anleitung suchen … vielleicht kann ich Abhilfe schaffen … bis demnächst in diesem Theater …

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Pfingsten …

… ist in diesem Jahr schon lange vorbei, aber die Pfingstrose im heimischen Garten blüht erst jetzt. Soll sie doch auch, woher soll sie wissen, dass Pfingsten in diesem Jahr so früh war. Außerdem war es lange  ziemlich kalt, da würde ich auch fünf Mal überlegen, wann ich blühe. Aber jetzt erfreut sie mich mit ihren tollen Blüten und ich könnte den ganzen Tag im Garten stehen und sie anschauen. Wollt Ihr auch mal?

Pfingstrose 2

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Lac Dye

Über „Lac Dye“ hatte ich bislang wenig gehört. Ich wusste, dass das einen Farbstoff bezeichnet, und dass es irgendwas mit Schellack zu tun hat. Woher das kommt, wie man das gewinnt oder wie das hergestellt wird – das alles wusste ich nicht. Bis zu der Mail von Dorothea Fischer. Dorothea und ich kennen uns schon sehr lange. An ihrem Maiglöckchen-Buch war ich damals beteiligt und andere Bücher von ihr habe ich für sie Korrektur gelesen. Eine sehr schöne und  herzliche Zusammenarbeit, die ich nicht missen möchte.
Da kam also eine Mail von Dorothea. Ob ich  mir ihr neues Buch mal anschauen möchte. Natürlich wollte ich das und so kamen erste Bilder und Texte, dann Bilder vom  Umschlag, schließlich dann das komplette Buch. Und ich bin begeistert. Dorothea ist ja als Naturfärberin weltweit bekannt und wenn ich in einem ihrer Färbebücher stöbere, bin ich immer wieder versucht, das Färben mit Naturfarben doch noch anzufangen. Und dieses neue Buch von ihr beschäftigt sich dann auch noch mit meiner Lieblingsfarbe „rot“. Ich las also und erfuhr von den Schellack-Läusen und wie Dorothea sie nach jahrelanger Suche gefunden hat. Ich las über Verbreitung und Verwendung und sah wunderschöne Bilder von Rotfärbungen, die Dorothea gemeinsam mit Anderen ausprobiert hat. Ausführliche Informationen, aber niemals langweilig. Und diese Farben … einfach traumhaft. Rezepte und Bezugsquellen für dieses ungewöhnliche Material runden das Buch ab. Natürlich gibt es auch Strickanleitungen, so gut und ausführlich wie man sie von Dorothea Fischer eben kennt.

Ich bin total begeistert von diesem Buch und blättere immer wieder darin herum. Ich hoffe, ich habe bald die Gelegenheit, mir die tollen Farben im Original anzuschauen. Schaut mal in das Buch, vor allem wenn Ihr Interesse an Naturfarben habt.

Buch-LacDye-Vorderseite-klein

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Mustersocken-Knitalong

Vor zehn Jahren haben wir unseren Mustersocken-Knitalong im Mai beendet. Das letzte Muster, dass ich dafür entworfen hatte, erschien im April 2006. Die Muster waren über lange Zeit alle noch über meine Musterseite erhältlich, bis ich ja Ende letzten Jahres entschied, die Seite völlig neu zu machen. Inzwischen stehen alle Muster in Deutsch und Englisch bei Ravelry zur Verfügung, auch die, die dort noch nicht gelistet waren.

Beim Durchblättern und beim teilweisen Überarbeiten der Muster habe ich tatsächlich Lust bekommen, noch einmal Modelle davon zu stricken. Wie gut, dass handgestrickte Socken nicht so fürchterlich der Mode unterworfen sind und man sogar jahrzehntealte Muster immer noch nachstricken kann und sie tatsächlich nach was aussehen.

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7 Anläufe für 3 Knäuel

Vor einiger Zeit habe ich – sozusagen aus der Not heraus – drei Knäuel Sockenwolle gekauft. Ich war unterwegs und es zog sich länger hin, als ich erwartet und eingeplant hatte und so musste kurzfristig ein Strickzeug her. Beim Wolldealer meines Vertrauens kaufte ich also eine Nadel, die drei Knäuel Sockenwolle und nahm noch eine Anleitung mit. Dann begann ich zu stricken. Das erste Knäuel war zur Hälfte verstrickt, als mir Tage später auffiel, dass Garn und Muster nicht zueinander passten. Ich habe geribbelt. Und neu begonnen mit einem anderen Muster. Auch das fand keine Gnade vor meinen Augen. Gut, wenn Stricken nicht passt, dann eben häkeln. Als das erste Knäuel fast komplett verhäkelt war, gefiel mir auch das nicht. So ging das also insgesamt sechs Mal. Das erste Knäuel sah schon ein wenig ramponiert aus, als ich im siebten Anlauf die Häkelnadel und ein neues Muster nahm. Schon nach wenigen Reihen war klar, dieses Garn hatte seine Bestimmung gefunden. Und je länger ich gehäkelt habe, desto begeisterter war ich von dem, was ich da machte.
Häkeltuch 3
Die teilweise neonleuchtenden Farben passen hier gut zusammen und stören mich auch nicht mehr. Das Muster ist einfach und schnell zu häkeln. Und das Tuch bekam mit ca, 200 cm Breite und ca. 70 cm Höhe eine schöne Größe. Außen rum gab es einfach eine Runde mit festen Maschen. Auch wenn sich die letzten Reihen ziemlich zogen, würde ich das Tuch auf genau diese Weise wieder häkeln.
Häkeltuch 1
Häkeltuch 2

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Charlotte Brontë und das Stricken

Als ich am vergangenen Wochenende den Beitrag über Charlotte Brontë recherchiert und geschrieben habe, saß ich bei Scones und Tee am Tisch. Sozusagen als Einstimmung.
Bronte 2
Daneben lagen das Buch und das aktuelle Strickzeug, ein UFO, dass ich vor einigen Wochen hervorgeholt hatte, um es nun endlich mal fertig zu stricken. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch nicht an den anstehenden Geburtstag der Charlotte Brontë, hatte mir aber schon das Tuch, dass ihren Namen trägt, ausgesucht.
Dieses quadratische Tuch findet sich im Original auch im Brontë-Museum. Es wird Charlotte zugeordnet, ob sie es tatsächlich getragen hat, weiß man natürlich nicht mehr. Vor einigen Jahren wurde es von einer Designerin nachgestrickt und die Anleitung wurde zugänglich gemacht.
Über ein Bild für das Tuch war ich vor Jahren mal irgendwo gestolpert. Damals war es gar nicht so einfach, die Anleitung dann auch tatsächlich zu kriegen. Im Museums-Shop vom Brontë-Museum war sie nicht mehr zu bekommen und ich fand sie nach längerer Suche schließlich bei Red Bird Knits. Einige Zeit danach war die Anleitung aber auch dort nicht mehr zu finden und sie tauchte schließlich wieder bei Ravelry auf. Inzwischen verschickt die Strickerin dort die Anleitung nicht mehr, verkündete aber, dass diejenigen, die sie haben, sie weitergeben dürfen. Wer also möchte, darf mir gerne eine Mail schicken (wollkistchen@gmail.com) und bekommt die Anleitung. Aber Vorsicht: Die Anleitung gibt es nur auf Englisch.
Mein Tuch ist inzwischen schon zu einem großen Teil fertig. Ich stricke gerade an den Umrandungen. Wenn es komplett ist, werde ich es Euch in aller Ausführlichkeit zeigen. Bis dahin  müsst Ihr Euch mit einem Ausschnitt begnügen.
Bronte Tuch 1

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Leseliebe: Charlotte Brontë

Heute vor 200 Jahren, am 21. April 1816, wurde in Thornton in Yorkshire eine der bekanntesten britischen Schriftstellerinnen geboren: Charlotte Brontë. Sie war das dritte von sechs Kindern des Pfarrers Patrick Brontë und seiner Frau Maria Branwell. Ihre beiden ältesten Schwestern Maria und Elisabeth starben kurz hintereinander an Tuberkulose, als Charlotte 8 Jahre alt war. Gemeinsam mit ihrem Bruder Branwell und ihren Schwestern Emily und Anne begann sie schon im Kindesalter, Geschichten zu erfinden.
1820 zog die Familie in das abgelegene Pfarrhaus in Haworth, in der rauen und kargen Landschaft der Yorkshires. 1821 starb die Mutter und die Erziehung wurde von einer Tante übernommen. Die Kinder wurden überwiegend zu Hause unterrichtet, doch um seinen intelligenten Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, schickte sie der Vater trotz geringer finanzieller Möglichkeiten 1824 in ein Internat für Pfarrkinder. Der dortigen Aufenthalt war Charlotte mit all seiner Zucht und Demütigung sowie den schlechten hygienischen Zuständen so prägend, dass sie ihn Jahre später in ihrem Roman „Jane Eyre“ wieder aufgriff.
1831, mit 14 Jahren, verließ Charlotte erneut ihr Elternhaus, um sich an einer Schule auf den einzigen möglichen Beruf, den der Gouvernante, vorzubereiten. Nach ihrem Schulabschluss kehrte sie nach einiger Zeit als Lehrerin dorthin zurück. Um ihren Traum einer eigenen Schule in  Haworth vorzubereiten, gingen Charlotte und Emily 1842 für einige Zeit nach Brüssel, um ihre Französisch-Kenntnisse zu verbessern. Dort verliebte sich Charlotte in den verheirateten Leiter des Instituts, der ihre Liebe jedoch nicht erwiderte. Auch diese Episode von Charlottes Leben fand Eingang in ihre eigenen Bücher.  Der Traum der eigenen Schule erfüllte sich nicht und die Schwestern begannen, zurück in Haworth, ihre literarischen Ambitionen weiter zu verfolgen. Unter den Pseudonymen Currer, Ellis und Acton Bell veröffentlichten die Schwestern 1846 einen gemeinsamen Gedichtband, von dem sich aber nur zwei Exemplare verkauften. Vom Schreiben hielt sie dieser Rückschlag aber nicht ab. 1847 veröffentlichte Charlotte ihren bekanntesten Roman „Jane Eyre“. In den Jahren danach entwickelte sich zwischen Charlotte und ihrem Verleger eine Freundschaft, die Charlotte gelegentlich auch  nach London führte. 1848 starb Emily im Alter von 30 Jahren, ein halbes Jahr später starb auch Anne, sie wurde nur 29 Jahre alt. 1854 heiratete Charlotte den Hilfsgeistlichen Arthur Bell Nichols, die Ehe war glücklich aber nur kurz. 1855 starb Charlotte im Alter von 38 Jahren, vermutlich an Schwindsucht und in einem frühen Stadium einer Schwangerschaft.
Das Pfarrhaus in Haworth, in dem die Brontës den größten Teil ihres Lebens verbrachten, wurde 1928 von der Brontë-Society gekauft und in ein Museum umgewandelt. Man kann es auch heute noch besuchen.

Ich liebe die Bücher der Brontë-Schwestern sehr und habe sie alle in den vergangenen Jahren mehrfach immer wieder gelesen. Meine Ausgabe von „Jane Eyre“ habe ich als eines der ersten Bücher während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin gekauft. Außerdem las ich eine Menge über die Familie und ihre Lebensumstände. Die Stadt York und die Umgebung dort habe ich vor einigen Jahren selber besucht, für einen Besuch im Museum reichte leider die Zeit nicht aus. Aber ich möchte unbedingt noch einmal zurückkehren.

Bronte 1Wer jetzt Lust auf mehr Infos zu den Schwestern Brontë hat, mag vielleicht in einer Auswahl meiner kleinen Leseliste zu den Geschwistern Brontë weiterstöbern:

(Ich verdiene an den Links zu Amazon übrigens nichts, das ist lediglich eine Hilfestellung für interessierte Leser. Dieses Blog bleibt auch in Zukunft werbefrei.)

 

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20 Jahre und die Folgen

Seit Oktober 1995 stricke ich inzwischen Socken. Ich weiß das deswegen noch so genau, weil wir in diesem Herbst mit einer damaligen Freundin nach Dänemark gereist sind und sie in diesem Urlaub meine fast verschütteten Socken-Strick-Kenntnisse aufgefrischt hat. Kurz nachdem wir dann wieder zu  Hause waren, entdeckte ich im noch jungen Internet die damals noch ziemlich neue Opal-Sockenwolle von Wolfgang Zwerger aka Tutto. So begann um die Jahreswende 1995/96 eine lange Leidenschaft.

In den 20 Jahren sind viele Sockenpaare entstanden. Nachdem ich am Anfang nur schlichte Socken gestrickt habe, entstanden bald auch eigene Anleitungen. Natürlich bleibt in einer so langen Zeit auch nicht aus, dass sich Wollknäuel ansammeln, die einem nicht (mehr) so gut gefallen. Auch wenn das eine oder andere Knäuel dann doch noch verstrickt oder verschenkt wird, bleiben Knäuel liegen. Auch bei mir. Und so entstand irgendwann der Wunsch aus diesen „ungeliebten“ Knäuel etwas zu stricken. Möglichst etwas, wo viele Knäuel verbraucht werden  und was trotzdem nützlich ist. Klar, dass dabei eine Wolldecke herauskommt.

Restedecke

Diese einfache, schräg gestrickte Decke ist nicht die erste dieser Art. Sie wird mit drei Fäden Sockenwolle mit Nadelstärke 5 mm gestrickt und in einer Ecke mit 3 Maschen begonnen. Am Anfang jeder Reihe wird eine Masche zugenommen, bis die Decke die gewünschte Breite erreicht hat. Dann wird in der einen Reihe eine Masche zugenommen, in der anderen eine Masche abgenommen, bis die Decke lang genug ist und an beiden Seiten abgenommen wird.
Die Kuscheldecke lässt sich gut mit Resten stricken und es bleibt dann nichts mehr übrig. Ich habe hier mit vollständigen oder fast vollständigen Knäuel immer so lange gestrickt, bis der Faden zu ende war und dann ein neues Knäuel angesetzt. Bei einer Größe von 130 x 200 cm habe ich ungefähr 2 kg Wolle verbraucht. Das reißt wirklich Lücken 😉
Und weil ich noch Reste und das eine oder andere „ungeliebte Knäuel“ noch in den Ecken meines Vorrates schlummert, werde ich sicher noch eine davon stricken.

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Versprecher des Tages

Heute morgen hörte ich im Vorübergehen: Talaburasa.
Das ist doch nett, oder?

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Alltagsanekdoten: Stricken im Zug, Teil 3

Als vor ein paar Wochen die liebste Freundin hier war, habe ich die Chance genutzt, mich mit ihr zu beraten und ein paar auf der Kippe stehende UFOs zu überdenken. Eines davon ist nun kein UFO mehr, sondern ein WIP. Das sind Patche, die ich für eine Wolldecke (was auch sonst?) stricke. Davon brauche ich noch eine stattliche Anzahl und ich habe mich entschieden, diese Patche als Unterwegs-Strickzeug einzuplanen. Zwei davon bekomme ich in einer Woche im Zug fertig, wenn ich von der Arbeit nach Hause fahre. Das schafft nicht irrsinnig viel, aber es geht voran. Immerhin.

Heute saß ich also wieder strickend im Zug, als mich eine ältere Frau abschätzend beim Stricken beobachtete. Ich ahnte schon, dass das Folgen haben würde und war entsprechend aufmerksam. Ich stricke, das schicke ich als Erklärung voraus, Patche wie den Schaft von einem Socken. 60 Maschen, 60 Runden. Der Einfachheit halber auf zwei Rundstricknadeln, für unterwegs finde ich das einfach praktischer.

„Ich finde das ganz schlimm“, sagte also besagte ältere Frau zu mir, „dass nicht einmal so einfache Sachen heute noch richtig gemacht werden können. ICH habe früher meine Strümpfe immer mit fünf Nadeln gestrickt. Sie kriegen das ja anscheinend nicht hin …“. Sprach’s, stand auf und stieg an der nächsten Haltestelle aus.

Ähmmm, ja, … ich hab’s wohl nicht drauf. Schade auch.

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