Vor einiger Zeit ist von einer Freundin von mir die Mutter gestorben. Sie war lange krank und schon weit über 90, es war eine Erlösung. Bis zu ihrer Erkrankung hat sie immer viel gestickt und gestrickt. Meine Freundin bot mir dann die Wolle an und letzte Woche brachte sie mir die Ladung. Ihr Kombi war bis unter das Dach vollgeladen mit Tüten und Körben, alles Wollreste, angefangene Strickprojekte, Stricknadeln, Stickmaterial. Wir luden den Wagen aus und verschwatzten den Nachmittag. Der Göga erstarrte zur Salzsäule, als er Abends heimkam und die Berge von Körben im Treppenhaus stehen sah. Wie fast alle Männer mag er keine Körbe und ist sowieso der Meinung, wir hätten schon viel zu viele davon.
Heute habe ich nun angefangen, mal in die Tüten zu schauen und in die Körbe. Ein Teil der Wolle wanderte gleich in den Müllsack, Polyacryl und solche Polytiere möchte ich hier nicht. Auch von den Körben waren viele kaputt und angeschlagen - eine Ladung habe ich heute Nachmittag schon zur Deponie gefahren. Wohl sehr zur Erleichterung der männlichen Fraktion in diesem Haushalt
Einen Teil der Wolle habe ich schon durchgesehen und was noch okay war, tütenweise zusammen gepackt - vielleicht hat wer Interesse daran? Vielleicht wandert auch ein Teil in das Piratenpaket, wenn es an mir ist, jemanden zu entern. Noch wurde mein Schiff von niemandem angegriffen - aber ich bin gewarnt.
Mein kleines Zimmer unter dem Dach ist nun voll mit Wolle - wie gut das es E*ay gibt. Das Durcheinander dort, auch bedingt durch die Tatsache, dass ja immer noch zwei Zimmer halb leer geräumt sind, war ohnehin schon gewaltig und nun bin ich endlich dabei, mal wieder richtig aufzuräumen. Es wird wohl auch von meiner Wolle noch einiges rausfliegen, in erster Linie Restknäule und ungeliebte Sockenwolle. Seufz. Danach kommt vielleicht ja auch die Stricklust wieder. Und Stricknadeln habe ich nun wohl bis an mein Lebensende genug. Nur eine wirklich gute Idee, wie ich sie sinnvoll verpacken und aufbewahren kann, habe ich noch nicht gefunden.
Am Montag beginnen endlich die Handwerker ihren Job. Tapezieren und Teppich verlegen in drei Zimmern. Annas Zimmer lassen wir gleich mitmachen. Mit etwas Glück sind sie am Freitag fertig, passend zu Maltes 18. Geburtstag. Danach werden sie noch einmal kommen müssen und das Treppenhaus und die anderen beiden Flure streichen. Das wird noch mal lustig, weil dazu Unmengen von Büchern bewegt werden müssen. Aber das Chaos wird hoffentlich durchschaubar bleiben, zwei Zimmer können dann ja schon wieder bezogen werden. Auf jeden Fall bin ich froh, wenn hier endlich wieder Ruhe und Ordnung einkehrt. Ich hoffe, ich kriege dann auch noch die Kurve, die Kartons, die schon länger auf dem Dachboden stehen, endlich mal durchzusehen und zu entsorgen. Dann wäre nämlich das Haus auch von Grund auf mal wieder entrümpelt. Unglaublich, was sich über die Jahre so ansammelt.