Eine der umstrittensten Neuerscheinungen dieses Herbstes habe ich gerade gelesen und bin auch weiterhin etwas unschlüssig, was ich davon halten soll. Das Buch wird als Kinderbuch verkauft, ist es aber mitnichten, auch wenn aufgeschlossene Jugendliche damit sicher etwas anfangen können.
Der neunjährige Bruno muss mit seinen Eltern nach dem Besuch des Furors umziehen. Weg aus Berlin in ein fremdes Haus. Aus dem Fenster seines Zimmers sieht er eine Art Dorf, mit flachen, schmalen Häusern, alles umgeben mit einem endlosen Maschendrahtzaun. Bruno ist Forscher und auf seinen Forschungsgängen trifft er jenseits des Zauns einen anderen, wohl gleichaltrigen Jungen, der immer, wirklich immer einen gestreiften Pyjama trägt. Die Beiden freunden sich an und eines Tages klettert Bruno unter dem Zaun durch, um seinem Freund zu helfen, den vermissten Vater zu finden.
Ich habe viel darüber nachgedacht, ob ein Neunjähriger tatsächlich so naiv sein kann, habe dann aber in Gesprächen über diese Zeit begriffen, dass zu der Zeit, die in dem Roman beschrieben wird, alles ganz anders war. Das Kinder natürlich anders groß gezogen wurden zu jener Zeit, dass sie viel behüteter aufgewachsen sind als sie es heute tun.
Wem empfehle ich nun dieses Buch? Ich bin da ein wenig unschlüssig. Ganz sicher all jenen, die sich für den Nationalsozialismus interessieren und gerne mal eine komplett andere Sichtweise lesen mögen. Es ist mit Sicherheit kein Buch, das man mal eben liest und beiseite legt. Und ich empfehle es Jugendlichen, die so absolut keine Lust mehr auf dieses Thema haben. Es verändert die Sichtweise.