Stricksprache
Freitag, Februar 29th, 2008Gestern bekam ich von Knitter’s review eine Werbemail, in der es um die geheime Sprache der Stricker ging. Sehr interessante Sache und es inspirierte mich zu folgender Situation: Stellt Euch vor, Ihr sitzt in der Straßenbahn und habt keine Ahnung vom Stricken. Vor Euch sitzen zwei Frauen, die sich angeregt unterhalten.
Frau 1: Ich habe gestern endlich den Clapotis angeschlagen.
Wie? Wer wird hier geschlagen?
Frau 2: Echt? Und wie bist du zurecht gekommen?
Frau 1: Eigentlich ganz problemlos. Die Maschenprobe hat mir gezeigt, wie groß der Clapotis wird. An die Stellen, wo ich fallen lassen muss, habe ich Markierer gehängt.
Wer wird hier markiert und dann fallen gelassen. Geht der dabei kaputt? Und was ist bloß ein Clapotis?
Frau 2: Was hast du denn mit den Mrs Beetons gemacht?
Frau 1: Graf Ribbel kam vorbei, die sind jetzt Geschichte.
Wer ist Graf Ribbel, hat der Mrs. Beeton ermordet?
Frau 2: Schade, mir gefielen die doch so gut.
Frau 1: Ja, aber die rechtsgeneigten und die linksgeneigten Abnahmen waren so schwierig für mich.
Ja, ja, abnehmen ist immer schwierig. Soll das schneller gehen, wenn man sich nach rechts oder links neigt? Könnte schon sein, verbraucht ja mehr Kalorien, wenn man sich so schräg hält, oder?
Frau 1: Mein Mystery-Shawl ist jetzt zum UFO mutiert. Hab irgendwie keine Lust mehr, immer so viel Zählerei. Ich hab noch ne Lifeline eingezogen, wenn ich nicht mehr weiter weiß, hilft mir die später bestimmt.
Ausserirdische also auch noch. Und vermutlich ne ganze Menge, wenn die gezählt werden müssen. Komisch, hab gar nichts gelesen, dass irgendwo ein UFO vom Himmel gefallen ist.
…
Naja, machen wir hier mal Schluss. Ihr könnt Euch sicher denken, wie merkwürdig das sein kann, wenn wir uns unterhalten und jemand weiß nicht, wovon wir reden. Denkt mal an solche Begriffe wie Zugsocking oder Work in Progress, an Fair Isle, Intarsien und Aran. Und an die vielen anderen Strickbegriffe, die wir aus dem Englischen übernommen haben. Fachchinesisch halt












