Dieses “nicht-stricken-können” macht mich sehr unruhig und ich merke erst einmal, wieviel Raum das Handarbeiten in meinem Leben einnimmt. Ich lese viel, aber das alleine kann nicht alles auffangen. So komme ich ins Grübeln und auf lauter dumme Gedanken.
Die Sonnenblume ist zum Beispiel so eine Idee. Es ist das Bild einer Stickpackung der Handarbeijdets Fremme. Bei dem Besuch einer Ausstellung in Worpswede sah ich sie, auf 8-fädigem Leinen mit doppeltem Faden gestickt, riesengroß und leuchtend gelb. Und wunderschön. Nun habe ich in den nächsten Monaten in meinem Leben einiges vor und so entschied ich mich, dass ich diese Sonnenblume nun sticken werden. Riesengroß, leuchtend gelb, als Erinnerung daran, dass ich etwas verändern möchte. Und ich hoffe, dass die Veränderungen abgeschlossen sind, wenn die Blume fertig ist.
Wenn ich keine dummen Ideen ausbrüte, tigere ich durch das Haus, auf der Suche nach einer produktiven Beschäftigung. Sortieren, kramen, wegschmeißen, das wäre jetzt das richtige. Aber das funktioniert nicht so gut, wenn dauernd jemand hinter einem steht und alles, was man gerade entsorgt hat, wieder aus dem Müllsack zieht. So wird das nichts mit der Ordnung. Leider. Also muss ich auch das verschieben. Dabei hätte es der Dachboden doch wirklich dringend mal nötig. Was bei anderen Menschen die Garage oder der Keller ist, ist bei mir der Dachboden.
Glücklicherweise sind wir morgen den ganzen Tag über unterwegs. Wahrscheinlich ist das auch gut so, wer weiß, was mir sonst noch so an Dummheiten einfällt.