Butterfahrt mit dem Zug
Sonntag, September 6th, 2009Gestern waren wir nach langer Zeit mal wieder “zugsocken”. Zu fünft sind wir zu Katja nach Gehrden in der Nähe von Hannover gefahren, in die WollBox. Eine nette Runde, funktionierende Verkehrsverbindungen und ein Verwöhn-Nachmittag bei Katja und ihrem Mann Arnd. Was kann man sich mehr wünschen? Es war toll, ganz ehrlich. Katja hat ganz wunderbare Wolle, Marken, die ich zum Teil noch gar nicht kannte, nicht einmal dem Namen nach. Und Marken, von denen ich gehört hatte und die ich unbedingt mal erfühlen wollte. Wir wurden sehr freundschaftlich empfangen und verwöhnt, durften fühlen und kuscheln *gg*, sahen Unmengen an Farbvariationen und hatten den ganzen Laden für uns. Die Trennung fiel uns schwer, vor allem auch deshalb, weil so viele wunderbare Garne im Laden bleiben mussten, aber wir werden ganz sicher bald wieder nach Gehrden fahren.
Als “Butterfahrt” mit dem Zug hatte eine von den mitreisenden Strickfreundinnen ihrem Mann übrigens unseren Ausflug verkauft, der sich unter Zugsocking wohl nicht das Richtige vorstellen konnte. Unter Butterfahrten verstand man in den Siebziger bis zum Anfang der Achtziger Jahre Schiffsreisen, bei denen man bis hinter die deutschen Zollgrenzen fuhr. Dort angekommen wurden dann die Geschäfte an Bord eröffnet und man hatte die Möglichkeit, zollfrei einzukaufen. Dabei ging es vorwiegend um Alkohol und Zigaretten, aber eben auch um Butter, die beispielsweise in Dänemark um ein Vielfaches billiger war als damals in Deutschland. Als Zugaben gab es noch Parfümerie-Artikel, Süßwaren aus dem europäischen Ausland und manchmal auch Wurst. Waren alle zollfreien Einkäufe getätigt, fuhr das Schiff wieder an seinen Ausgangsort zurück. Anfang der Achtziger Jahre wurden diese Reisen dann als in dieser Form unvereinbar mit dem EU-Recht befunden und verboten. Zurück geblieben aus dieser Zeit ist mir vor allem noch das Wissen, dass man Butter sehr gut einfrieren kann









