Das berührt das Herz …
Sonntag, Juni 27th, 2010… und die wirkliche tolle CD läuft gerade bei mir in einer Endlos-Schleife.
… und die wirkliche tolle CD läuft gerade bei mir in einer Endlos-Schleife.
Passend zur Farbe der Woche habe ich von Mudder Seemann Socken geschenkt bekommen. Gut, eigentlich bekam ich sie schon vor drei Wochen, aber sie passen hier gerade so gut.
Mudder Seemann gefiel die Farbe und die Musterung nicht - ich hingegen war davon begeistert. Und so hat sie mir die fertigen Socken geschenkt und extra für mich sogar eine andere Ferse gestrickt.
Danke, meine Liebe, die Socken sind wunderschön und passen perfekt. Fühl Dich mal ganz lieb geknuddelt.
Braun ist definitiv die Farbe meines Spinnrades. Deswegen ist es auch die Farbe meiner Wahl für dieses Projekt.
Das Spinnrad kam unbehandelt bei mir an und wurde dann liebevoll gestrichen und anschließend gewachst. Die beste Lösung ist das nicht gewesen, es zieht den Staub magisch an, und ich denke schon längere Zeit darüber nach, es noch einmal auseinander zu nehmen, etwas anzuschleifen und dann farblos über zu lackieren. Mich schreckt nur daran, dass ich dann längere Zeit nicht spinnen kann und Ihr wisst ja wie das ist: wochenlang steht das Rad unbenutzt in der Ecke, aber wenn man es dann bearbeitet, muss man unbedingt und dringend sofort spinnen.
Als ich heute Mittag nach der Arbeit zu meinem Auto kam, hatte jemand Mehl über meinen Wagen geschüttet und Herzchen drauf gemalt. Meine Begeisterung war grenzenlos, hatte ich doch noch Termine und wusste nach dem Anblick, dass ich unbedingt vorher mit dem Wagen in die Waschanlage fahren muss. Immerhin hatte ich eine vage Vorstellung davon, was leichter Regen mit dem Mehl auf meinem Wagen anstellen würde, wenn das nicht vorher ordentlich und mit viel Wasser gereinigt wird. Vermutlich habe ich eine Mehlwolke auf dem Heimweg hinter mir hergezogen, es war mir egal. Ich war einfach nur ziemlich sauer. Das vormittägliche Telefonat mit der Polizei ging mir noch durch den Kopf und die dringende Bitte des Beamten, mir Pfefferspray zu besorgen und in den nächsten Wochen, Monaten, wie lange es auch immer nötig sein wird, nie ohne Handy und Pfefferspray das Haus zu verlassen. Den Notruf zu wählen, wenn bestimmte Menschen irgendwo auftauchen, wo sie nichts zu suchen haben (zum Beispiel vor meiner Haustür) und dann Anzeige zu erstatten. Bisher hatte ich diese ganze unsäglich kranke Geschichte nicht wirklich für Ernst genommen und die Sache mit dem Pfefferspray ist eigentlich so gar nicht meins. Ich hatte ja nicht einmal eine Vorstellung, woher ich so etwas bekommen sollte. Im Supermarkt ganz sicher nicht. Aber inzwischen scheint sich die Situation zuzuspitzen.
In der Waschanlage wurde mein Wagen wieder sauber, da lohnt es sich eben doch, ein paar Euro mehr zu bezahlen und den Männer bei der Vorreinigung von Hand die Situation zu erklären. Die Filter an meinem Wagen lasse ich vorsorglich bei der nächsten Inspektion in ein paar Wochen wechseln. Das Pfefferspray fand ich schließlich in einem BundesWehrShop bei uns in der Stadt. Und morgen besucht mich der Polizeibeamte, so als Unterstützung und als Zeichen für gewisse Personen, dass mit mir nicht zu spaßen ist.
Es gibt Dinge, die einfach nur überflüssig sind. Völlig überflüssig.
Nicht dem Ribbelwahn zum Opfer gefallen sind am Sonntag diese Restesocken. So wirklich begeistert haben sie mich nicht, schon beim Stricken nicht. Aber da der erste den halben Fuß und der zweite Socken schon den halben Schaft hatte, habe ich mich aufgerafft und sie fertig gestrickt. Aus Trotz landen sie nun in der Kiste für das Frauenzimmer, die im Herbst wieder eine größere Lieferung Socken bekommen werden. Und die nächsten Restesocken werden eben dann doch wieder kunterbunt, so wie es mir gefällt.
Das Sichten meiner angefangenen Projekte und das anschließende Ribbeln von wenigstens der Hälfte davon hat mir gut getan. So viele angefangene Dinge lähmen mich irgendwann, dann habe ich gar keine Lust mehr und an der Situation ändert sich natürlich so auch nichts.
Aber nun weiß ich, wo es weitergeht und was ich als Nächstes stricken werde. Es sind viele größere Projekte in Arbeit und so könnte es sein, dass es hier (noch) etwas ruhiger wird.
Ein neuer Beitrag aus unserer Rubrik: Adelige und ihre Berufe.
Landkreis Osterholz (eb). Ein Großaufgebot der Polizei versuchte heute früh dringend, einen Parkplatz in der Kreisstadt räumen zu lassen. Erst kurz vor der Landung hatte der Pilot die Polizisten über seine Ankunft informiert. Und das Kunststück gelang, pünktlich konnte der Hubschrauber mit dem Prominenten an Bord auf dem Parkplatz an einer Sackgasse landen. Noch ziemlich müde von der gestrigen Königshochzeit in Stockholm entstieg der Graf dem Hubschrauber, um kommentarlos in einem Hauseingang zu verschwinden.
Die Geduld der wartenden Journalisten wurde auf eine harte Probe gestellt. Erst nach Stunden öffnete sich die bis dahin fest verschlossene Haustür und ein lächelnder Graf Ribbel stellte sich den drängenden Fragen. “Ja, da gab es viel zu tun, aber so einem dringenden Hilferuf musste ich einfach folgen. Eine Strickerin hatte sich mit ihren Projekten so verzettelt, dass sie drohte, das Hobby aufzugeben. Das kann ich nicht zulassen.” Berge von Projekte mussten gesichtet und bewertet werden, erzählte der Graf weiter. “Das kommt ziemlich häufig vor und wenn ich kann, stehe ich mit Rat und Tat zur Seite. Die Entscheidung, die Arbeit von manchmal stundenlanger Strickerei wieder aufzumachen, ist nicht immer leicht zu treffen.”
In jahrelanger Kleinarbeit hat es sich der Adelige zur Aufgabe gemacht, wertvolle Strickerei von Pfusch und Kleinklein zu unterscheiden. Er habe Wollstudien betrieben, Strickanleitungen studiert und sich durch die mannigfaltige Welt der internationalen Strickliteratur gelesen, erzählte der launige Graf Ribbel. In manchen Häusern - so wie in dem eben besuchten - hätte er sogar schon eigene, angestammte Sofaecken. “Aber so ist das häufig bei Strickerinnen und Strickern, die nach eigenen Designs arbeiten. Da muss oft probiert, gestrickt, entworfen und wieder verworfen werden. Das ist ein ganz normaler Prozess.”
Hier hätten sie heute das meiste wieder aufgezogen und aufgewickelt. Anschließend würden die Materialien in Tüten sortiert, um später an der richtigen Stelle wieder in den Bestand einsortiert und eingegliedert zu werden. “Das ist ganz wichtig, weil die kreative Strickerin (und auch jede andere eifrigen Strickerin) sonst den Überblick über ihren Bestand verliert. ”
Noch während des Gesprächs mit den interessierten Journalisten und Fotografen klingelte, nein “määääähte” das Telefon des umtriebigen Grafen. “Entschuldigen Sie mich”, rief der Graf dann der Presse zu, “ich war zwei Tage feiern in Stockholm, da hat sich viel angesammelt. Ich muss dringend weiter zum Flughafen nach Bremen und von dort via London nach Australien fliegen. Mit Zwischenstopp in Japan. Es ist viel zu tun.” Eilends hastete der vielbeschäftigte Graf Ribbel in den wartenden Hubschrauber und flog davon.
Und da soll noch mal einer sagen, unsere Adeligen verdienten ihr Geld im Schlaf.
Im Augenblick habe ich ja durchaus sehr viel Vergnügen an der Entrelac-Strickerei. Vor einiger Zeit hatte ich das schon einmal versucht, war dann aber an Langeweile fast zugrunde gegangen - so beim Stricken, meine ich. Aber: wenn man das richtige Garn nimmt, dann macht das richtig Spaß. Man kann so schön zuschauen, wie sich die Farben entwickeln, zum Beispiel, wenn man Noro-Garn verwendet. Wie bei diesem Beutel.
Inzwischen habe ich verschiedene Entrelac-Stücke in verschiedenen Entwicklungsstadien in Arbeit und habe Spaß daran, immer mal wieder bei Ravelry nach neuen Beispielen zu gucken. Und da bin ich heute auf Umwegen zu dieser tollen Decke gesurft. Und ahne nun schon wieder, dass ich das wohl noch länger machen werden: Entrelac stricken.
Ach ja, angefangen mich mit dieser Technik zu beschäftigen, hatte ich, weil ich beim Spinntreffen auf Schloss Ehringerfeld einen Strickkurs dazu anbieten wollte. Und da suche ich ja häufig nach Themen, in die ich mich erst selber einarbeiten muss. Möcht ja schließlich dabei auch noch was lernen *gg*
Schon eine ganze Weile fertig, aber noch nicht gezeigt: das fertige Maischätzchen. Traumhaftes Lorna’s Laces Garn. Das Stricken ist sehr schnell gegangen und hat sehr viel Spaß gemacht. So viel, dass ich gleich den nächsten Strang von diesem tollen Garn geholt und gewickelt habe. Nur angestrickt ist der noch nicht, weil auch das Juni-Schätzchen Lorna’s Laces war und weil ich gefühlt ohnehin in den vergangen vier Wochen eine Millionen neue Projekte angefangen habe.
Mir ist klar, dass dieses Garn nicht das Haltbarste ist, aber das Stricken war toll und ich werde die fertigen Socken in meine Schublade legen und nur gelegentlich mal anziehen. Das ist auch okay, Socken für jeden Tag habe ich wirklich genug.
Ein wunderbares, völlig verrücktes, liebevolles Paket bekam ich von meiner Knit’n'Sip-Partnerin Lena. Es enthielt natürlich den obligatorischen Tee (Darjeeling-Tee *hmmmlecker*), eine passende Tasse. Dann eine wunderbare Häkelanleitung (das Thema war ja dieses Mal das Häkeln), lustige Shaun-das-Schaf-Kekse, luxeriöse belgische und schweizerische Schokolade, ein überraschendes Notizbuch, das auf den ersten Blick einen völlig anderen Eindruck vermittelt und mir einen ungläubigen Blick bescherte, und strickerisch notwendige Kleinigkeiten: eine Handcreme, Maschenmarkierer und eine verblüffend kleine Schere.
Und dann: ein überwältigendes, nie vorher gesehenes und gefühltes, japanisches Seidengarn. In einem wunderbaren Lila, wie überhaupt das ganze Päckchen in Lila gehalten war. Dieses Garn schreit nach einem ganz besonderen Muster und vor allem erst mal danach, ganz lange bewundert und befühlt zu werden.
Hab ganz, ganz lieben Dank, Lena, für dieses verrückte, wunderbare, tolle Päckchen. Es ist jedes Mal etwas ganz Besonderes an Eurem Knit’n'Sip teilnehmen zu dürfen.