Manchmal versacken wir Menschen in unserem eigenen Elend und sind blind für das, was um uns herum passiert. Ich nehme mich da auch nicht aus. Dann aber wieder passieren Dinge, die uns klarmachen, wie gut es uns doch geht und wie banal unsere albernen Jammereien sind und alles wieder in die richtige Perspektive setzen.
Gestern kam ein Anruf von einem Freund, der uns erzählte, dass er mit dem Motorrad verunglückt ist. Glücklicherweise wurde er nur leicht verletzt, weil er passend gekleidet war, aber eine geplante, gemeinsame Reise kommt nun nicht zustande. Da ist zu verschmerzen, dass seine Lederkluft und das Motorrad völlig hinüber sind. Er lebt und es geht ihm ganz gut. Aber gestern kam auch eine Nachricht von dem Tochterkind, die mit Tränen in den Augen erzählte, dass der Vater einer Schulfreundin ebenfalls mit dem Motorrad verunglückt ist. Er ist ungebremst auf der Landstraße mitten in der Nacht auf einen ungesicherten und unbeleuchteten Anhänger eines Treckers gefahren und in den Straßengraben geschleudert worden. Er starb noch an der Unfallstelle. Zurück bleiben seine Frau und seine drei Töchter, die 19, 18 und 16 Jahre alt sind.
Das sind Momente, in denen man erschreckt, und erkennt, wie gut man es doch hat. Und man sich seiner eigenen, kleinlichen Jammereien schämt.