Schade. Vorbei. Supertoll war das Stricktreffen in Nordenham. Harmonisch, freundlich, wollsüchtig. Ich habe Menschen wiedergetroffen, die ich meist nur einmal im Jahr sehe und bei denen ich trotzdem das Gefühl habe, dass sie mir näher stehen, als manche Menschen, die tagtäglich mit mir zu tun haben. Das Strickvolk ist schon etwas ganz Besonderes.
Am Donnerstag Abend ging es los in Nordenham, als die ersten Gäste eingetrudelt sind. Bis tief in die Nacht wurde geschwatzt und gestrickt. Leider ohne mich, zu viel Arbeit haut mich derzeit immer wieder aus den Socken.
Am Freitag ging es dann auch für mich nach Nordenham. Und da erwarteten mich einige Überraschungen. Natürlich die angekündigte Überraschung von Wapiti, die eine Zauberwiese-Sonderfärbung für das Treffen mitbrachte. Glücklicherweise habe ich auch einen Strang ergattert, obwohl die Farben eigentlich gar nicht so mein Fall sind. Gefallen tun sie mir aber trotzdem und ich habe dieses Mal sowieso eher gegen “meine” Farben gekauft. Ganz bewusst. Mal sehen, was das wird.

Die nächsten Überraschungen ließen aber auch nicht lange auf sich warten. Ich traf dort Susanne, Renates Tochter, die aus Karlsruhe angereist war und von deren Besuch nicht einmal ihre Mutter etwas ahnte. Fast hätte die Gute auf der Straße übernachten müssen
Glücklicherweise kam es dann aber doch anders.
Und Babs, meine liebe Babs kam völlig unverhofft (naja, unverhofft für mich, sorgsam vorbereitet aber von anderen als erklärte Überraschung für mich) aus Würzburg angereist. Und Babs hätte definitiv gefehlt, wäre sie nicht dort gewesen. Zusammen mit Moni aus Detmold, Michael und Günther aus München, Wapiti und Gudi aus dem Schwabenländle haben sie das Treffen zusammen mit den vielen anderen Gästen einfach perfekt gemacht. Und es war letztendlich so, wie diese Treffen fast immer sind und was sie vor allem anderen auszeichnet: freundlich, harmonisch, mit intensiven Gesprächen und viel Rumalbern, mit viel Raum um Neues zu entdecken, neue Freundschaften zu schließen und alte zu vertiefen. Es gab keinen Streit, keine bösen Worten, nur vielleicht einen Menschen, der (erwartungsgemäß?) ein bisschen aus der Rolle fiel, aber das war irgendwie zu verknusen und ist wohl ohnehin nur einem engen Kreis von Menschen wirklich aufgefallen.
Unmengen von Wolle war an Hella geliefert worden, anderes hatten Wapiti und Gudi mitgebracht. Die Auswahl an handgefärbten Strängen war überwältigend. Immer wieder musste man an den Tischen entlang laufen und hatte trotzdem das Gefühl, längst nicht alles gesehen zu haben. Man durfte ungestraft fühlen, anfassen, anschauen - und kaufen, wenn es der Geldbeutel zuließ. Dazu gab es Nadeln, Projektbeutel, Garnhalter und wunderbare, traumhafte Holzknöpfe, so preiswert, dass man für das Geld in einem “richtigen” Knopfgeschäft höchstens mal einen Blick auf einen Knopf werfen dürfte.
Das Wetter spielte mit, die Location war toll und meine beiden Tage auf dem Treffen ging irgendwie viel zu schnell vorbei. Am Sonntag war ich dann zwar müde, aber so erholt, als hätte ich eine Woche Urlaub gehabt.
Den Dienstag durfte ich dann noch einmal mit Hella, Babs und Michael verbringen. Das Wetter hielt und so machten wir uns auf nach Worpswede und Fischerhude und verbrachten dort dann einen herrlich entspannten Tag. In Körbers Gasthof durften wir auch in der Mittagspause im Garten sitzen bleiben, die Spinnstube direkt nebenan verführte schon wieder zu Faser- und Wolleinkäufen. Bevor es dann wieder heimwärts ging, gönnten wir uns noch einen dicken Eisbecher, manchmal muss das einfach sein.
Donnerstag waren Babs, Michael und Günther dann noch ein Mal Gäste beim UFO-Stricken. Toll war’s mit ganz viel Spaß. Günther bewies viel Geschicklichkeit beim Stricken - dass lässt dann doch darauf hoffen, dass wir die neue Stricktechnik “Günthern” in Kürze dann in Angriff nehmen können. Für nicht Eingeweihte: es handelt sich um brandneue Zunahme- und Abnahmetechniken im Stricken, extra für uns von Günther entwickelt und selbst von alten Strickhasen als außerordentlich kreativ bestaunt
Inzwischen sind auch die letzten Reisenden wohlbehalten wieder zu Hause angekommen. Ganz sicher freuen wir uns alle auf das nächste Treffen im nächsten Jahr, das Hella schon angekündigt hat.
Danke, Hella, für all die Mühe und die Organisation des Stricktreffens.