Gerade gesehen
Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges spielen sich in einem kleinen norddeutschen Dorf merkwürdige Dinge ab. Der Arzt stürzt beim Reiten über einen gespannten Draht. Eine Magd verunglückt tötlich im Sägewerk. Kinder werden entführt und gefoltert. Irgendwie scheint alles zusammen zu hängen.
Der Film ist komplett in schwarz-weiß und kommt gänzlich ohne Musik aus. Das schafft im Verlauf der Geschichte eine reichlich beklemmende Atmosphäre von Gewalt und Unterdrückung, weil die ungewohnte Stille im Film einen aufmerksam schauen lässt.
Drastische Erziehungsmethoden lassen erahnen, wie jene Menschen aufgewachsen sind, die nur ein paar Jahre später den Nationalsozialisten zujubeln - und das erklärt schon einiges.
Trotzdem fand ich den Film, der viele Preise eingeheimst hat, nicht uneingeschränkt nur gut. Die Handlung wird nicht aufgelöst, es bleiben zu viele Ungereimtheiten zurück, um für den Zuschauer wirklich befriedigend zu sein. Außerdem war ich versucht, Parallelen zu heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen zu ziehen und an diesem Punkt sollte man dann tatsächlich fürs Erste aufhören zu denken.








