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Es stand in der Zeitung

Stricktreffen erregt Aufsehen in Bremen
Bremen (eb). Ungewöhnlich viel Verkehr fiel den Bewohner einer kleinen Bremer Seitenstraße am Mittwoch auf. Auto um Auto kroch durch den Schnee in die kleine Sackgasse und parkte in den Schneewehen am Straßenrand. Frauen sah man aus den Autos steigen, die zweifelnde Blicke auf den gewählten Platz warfen, überlegend, ob sie ohne Hilfe den Parkplatz wieder verlassen könnten. Neugierige Anwohner verließen ihre warmen Häuser, um die Ankommenden kritisch zu beäugen und mit Fragen nach dem Weg auf ihre Freundlichkeit zu testen. Nach und nach verschwanden die Frauen, das Kind und die beiden Hunde in einem der Häuser in einem kleinen Stichweg.

Die aufmerksamen Anwohner sahen über Stunden niemanden mehr das Haus verlassen. Neugierig umkreisten sie die Häuserreihe, in der die Frauen verschwunden waren und sammelten sich schließlich auf einem kleinen Weg hinter dem Haus und gut verborgen durch einen großen Busch, um durch den Garten durch die hell erleuchteten Fenster zu spähen. Was sie sahen, und das war wenig genug, ließ sie staunen. Schwatzend saßen die Frauen in der großen Runde um einen Tisch. Gelegentlich stand eine von ihnen auf, um zu einer Kiste zu gelangen, deren Inhalt sich durch die Entfernung nicht ausmachen ließ. Bunte, offensichtlich weiche Gegenstände machten die Runde. Gelächter war zu hören, ein Notebook wurde zu Rate gezogen. “Die hecken was aus!” meinte ein Anwohner und die anderen gaben ihm recht. Verdächtig genug sah das aus. “Sollen wir uns Hilfe besorgen?” fragte ein anderer. “Schauen wir erst mal,” beruhigte eine Nachbarin die erhitzten Gemüter. Später am Abend gesellte sich ein Mann zu der Frauen-Runde im warmen Zimmer, der von informierten Nachbarn als Herr des Hauses identifiziert wurde. “Jetzt wird’s ernst,” unkte ein Mann, der den Nachbarn als Anhänger von Verschwörungstheorien bekannt war. Schnell wurde beratschlagt, doch die Ordnungshüter einzuschalten und auf die konspirative Sitzung aufmerksam zu machen. Die Stimmung in der Gruppe der Anwohner drohte zu kippen, Fotoapparate wurden geholt, um die Teilnehmerinnen durch eine Gesichtserkennungs-Software identifizierbar machen zu können. Kurz bevor die Stimmung endgültig umschlug, kam zufällig eine Anwohnerin vorbei, die nähere Informationen hatte. “Mensch, seid Ihr bescheuert, Moni hat Geburtstag und das sind ihre Strickfreundinnen. Die tun nichts weiter, als in gemütlicher Runde zu stricken. Geht nach Hause und kümmert Euch um Euren eigenen Kram, aber lasst die Frauen in Ruhe!” sprachs und verschwand im nächsten Hauseingang. Nach und nach zockelten die durchgefrorenen Nachbarn wieder in ihre Häusern. “Stricken, so’n Omakram, wer macht das denn heute noch,” nörgelte ein älterer Mann zweifelnd, bevor er sich doch wieder ins Warme verkroch.

Am nächsten Morgen wiesen nur noch die Autospuren im Schnee auf die Ereignisse des vorangegangenen Abends hin. Fragen bleiben, und die werden die Hausbewohner wohl in den nächsten Monaten noch beantworten müssen.

Edit: Danke, Moni, für den tollen Nachmittag und den vielen Spaß, den wir hatten. War schön bei Dir, ehrlich :-)

3 Responses to “Es stand in der Zeitung”

  1. Moni
    Dezember 31st, 2010 19:57
    1

    Hallo Kristin, auch ich fand es super mit Euch, so lustig sollten Geburtstage immer sein.
    Nur gut, dass keiner meiner Nachbarn zu Schaden gekommen ist, hätte mit viele schlaflose Nächte verschafft.
    Noch heute sah man die verdächtigen Wagenspuren am Straßenrand,man konnte sie aber nicxht mehr weit verfolgen dank des Tauwetters.
    Ich habe ich sehr gefreut, dass wir uns mal wiedergesehen haben. Ich gelobe Besserung im nächsten Jahr. Ich habe mir nämilich vorgenommen, mehr Zeit für mich zu reservieren.
    Wünsche Dir , und Deiner Familie einen guten Rutsch !!
    Tschüß bis zum nächsten Jahr
    Moni

  2. Gaby
    Januar 3rd, 2011 21:59
    2

    uha Kristin, da hast Du uns ja ganz schön aufs Eis geführt, oder in den Schnee:-) vielleicht sollten wir uns umbenennen von den UFO-Strickern zu *die Strickterrorsinen* ??????

    Schmunzelgruss Gaby

  3. Soraya
    Januar 14th, 2011 01:11
    3

    *rofl*…
    jeppa…. und lustig wars… und urig gemüdlich (Dank nochmal an Moni!)
    und ich konnte es kaum glauben, keiner musste mich aus den Schneewehen buddeln ;o)

    Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder… würde mich sehr freuen

    LG
    Sora

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